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![]() Lassen Volcanic-Nationalpark, California |
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Geschichte |
Vor rund tausend Jahren ließen sich am Lassen Peak vier prähistorische
Volksstämme, die Yahi, die Yana, die Atsugewi und die Maidu, nieder, nachdem sie aus dem Sacramento Valley
vertrieben worden waren. Die Lassen-Leute waren steinzeitliche Jäger und Sammler. Mit der Ankunft der Europäer
veränderte sich ihr Leben grundlegend. Die von weißen Fallenstellern eingeschleppte Malaria breitete
sich 1832/33 epidemisch aus und entvölkerte ganze Täler. Auf die Trapper folgten die Siedler und ab 1849
die Goldsucher, die die Einheimischen wie Tiere jagten und töteten. Krankheiten und Umsiedlung in Reservate
reibten die Stämme vollends auf. Ein paar überlebten - von den Weißen unentdeckt - in den Bergen.
1911 griff die Polizei in der Nähe von Oroville in Nordkalifornien den letzten reinblütigen Urkalifornier,
den damals etwa 50 jährigen Yahi-Mann Ishi, auf. Ishi, so ließ sich die Geschichte rekonstruieren, war
1867 als Knabe einem von Weißen veranstalteten Massaker entkommen und hatte sich, zusammen mit einigen weiteren
Entkommenen, in den Bergen versteckt, wo sie unentdeckt ihr steinzeitliches Leben lebten. Als Ishi 1911 bei Oroville
auftauchte, war er der letzte Überlebende der Gruppe. Ishi kam in die Obhut des Anthropologieprofessors an
der staatlichen Universität in Berkeley, Alfred L. Kroeber und seiner Mitarbeiter, wo er im anthropologischen
Museum wohnte und 1916 an Tuberkulose starb. Der Lassen Peak wurde nach einem dänischen Einwanderer namens Peter Lassen benannt, der 1840 nach Nordkalifornien gekommen und drei Jahre später auf der Suche nach gestohlenem Vieh seines Freundes 'General' Johann August Sutter in das Sacramento Valley gelangt war. Lassen erwarb daselbst ein Stück Weideland und versuchte sich als Rancher, was ihm mißlang. Daraufhin versuchte Lassen sein Glück als Goldsucher, was ihn das Leben kostete: Lassen starb 1859 nach einer Schießerei. Im letzten Viertel des vorigen Jahrhunderts wurde die heutige Parkgegend, insbesondere das Gebiet um den Manzanita Lake, wirtschaftlich stark genutzt. Schaf- und Rinderhalter ließen hier ihre Tiere weiden. Übergrasung war die Folge. Holzfirmen und Siedler rodeten die Wälder, und eine Elektrizitätsgesellschaft plante die Stauung des Manzanita Lake. Dieses Projekt, mit dessen Realisation 1911 begonnen wurde, scheiterte am porösen Lavagesteinsboden. 1905 wurde ein großer Teil des Geländes um den Lassen Peak herum zum National Forest Reserve erklärt. Nach dem großen Vulkanausbruch von 1915 schien es an der Zeit, das Gebiet endgültig unter Schutz zu stellen, was im darauffolgenden Jahr durch die Schaffung des Nationalparks geschah. |
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Geologie |
Zwischen 1914 und 1921 war der Lassen Peak zum vorläufig letzten Mal aktiv. Es wurden über 200 zum Teil spektakuläre Ausbrüche registriert, darunter die denkwürdige Explosion von 1915. Ähnliches ereignete sich 1980 am Schwestervulkan Mount St. Helens (Washington). Mount Tehama ist ein klassischer Subduktionsvulkan (siehe auch 'Geologie' Crater Lake, Mt. Rainer und Redwood NP). Heute beschränkt sich die Aktivität des Vulkans auf die hydrothermalen Gebiete Bumpass Hell, Little Hot Springs Valley und Sulphur Works, die in einer sogenannten Verwerfungszone liegen. An diesen Stellen kommt Grundwasser mit heißem Tiefengestein in Berührung und wird dabei auf weit über hundert Grad Celsius erwärmt. Das führt zu einem hohen Überdruck, dem das Wasser nach oben ausweicht und je nach Grad der Abkühlung als Dampf (fumarole) oder flüssig (hot spring) an die Erdoberfläche tritt. |
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Tierwelt |
Von den etwa 50 im Parkgebiet heimischen Säugetierarten sind Schwarzwedel- und
Maultierhirsche, Erd-, Baum- und Streifenhörnchen sowie Murmeltiere und die kleinen Pikas oder Pfeifhasen
am verbreitetsten. Etwas zurückgezogener leben die Schwarzbären, Füchse und Marder. Die Vogelwelt umfaßt etwa 140 Arten. Nicht zu übersehen und zu überhören sind die schön grauschwarz gezeichneten kecken, nimmersatten Clark's Kiefernhäher. Einige stellenweise von dichter Vegetation umsäumte Seen dienen alljährlich zahllosen Wasservögeln, insbesondere Enten und Gänsen, auf ihren saisonalen Wanderungen als Zwischenstation. Gelegentlich können Steinadler, die am Lassen Peak nisten, im Flug beobachtet werden. Etwa ein Dutzend Amphibien- und Reptilienarten bereichern die Parkfauna. |
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Pflanzenwelt |
Der Park weist unterschiedliche Klima- und Vegetationszonen auf. Der Berggipfel und insbesondere der Lassen Peak sind völlig kahl. In den oberen Lagen herrscht mehr oder weniger dichter Nadelwald vor, mit Berghemlocks, Prachttannen und Weißborkenkiefern. Die unteren Lagen sind dichter bewaldet. Auch hier dominieren Nadelhölzer, insbesondere Gelbkiefern, Amerikanische Weißtannen, Langnadelige Drehkiefern, Gebirgsstroben und die riesigen Zuckerkiefern (suger pine) mit ihren bis zu 40 cm langen Zapfen. In der Nähe von Gewässern treten letztere zusammen mit Espen, Weiden, Manzanita- und anderen Sträuchern auf. In der durch den Vulkanausbruch von 1915 verwüsteten Region, der sogenannten Devastated Area, beginnen kümmerliche Nordamerikanische Zitterpappeln und Langnadelige Drehkiefern einen lockeren Wald zu bilden. Die wasserreichen, mitunter sumpfigen Ebenen und Talböden bedecken satte, blumenreiche Wiesen. An feuchten Stellen sind die üblichen Sumpfgewächse, insbesondere Moose, verbreitet. | ||||||
Aktivitäten |
WANDERN Dem wanderlustigen Besucher stehen
250 km gut ausgebaute Wanderwege zur Verfügung, über die er/sie in die entlegensten Teile des Parkes
gelangen kann. Es können ein- und mehrtägige Touren unternommen werden. Eine Reihe lohnender, kurzer
Routen und Lehrpfade führt zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten. Die Broschüre 'Lassen Trails' beschreibt
die 32 wichtigsten Routen; das Büchlein ist in den Besucherzentren erhältlich. BOOTFAHREN Kanus, Ruderboote und andere nicht motorbetriebene Boote dürfen auf allen Seen des Parkes, mit Ausnahmen des Reflection, des Emerald und des Helen Lake, benutzt werden. Im Park selbst können keine Boote gemietet werden. ANGELN Gute Möglichkeiten, verschiedene Forellenarten zu fangen, bestehen im Hat und im Lost Creek sowie in mehreren kleinen Seen des Hinterlandes. Im Emerald Lake, im Manzanita Creek und innerhalb von 50 m im Mündungsbereich des Zuflusses des Manzanita Lake ist das Angeln verboten. Es ist eine Lizenz des Staates Kalifornien erforderlich; diese kann bei jedem Parkranger und im Besucherzentrum, ferner in den umliegenden Lebensmittelgeschäften, Tankstellen und Restaurants gekauft werden. WINTERSPORT Beim Südwesteingang kann von Mitte November bis Ostern an den Wochenenden Ski gefahren werden. Es stehen Skilifts, ein Restaurant und das 'Ski Chalet', wo Skiausrüstungen gemietet werden können, zur Verfügung. Dieser Teil des Parkes und das Gebiet um den Manzanita Lake eigenen sich zudem gut für den Skilanglauf. VERANSTALTUNGEN Im Sommer werden von Rangern begleitete kurze Wanderungen durchgeführt. Allabendlich werden in den Amphitheatern der Campingplätze Manzanita Lake und Summit Lake Lichtbildervorträge über die Tier- und Pflanzenwelt, die Geschichte der Indianer und der weißen Siedler, die Geologie und die Wandermöglichkeiten gehalten. |
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Sehenswertes |
Die über weite Strecken erhöht verlaufende Parkstraße ist reich an
bestens plazierten Aussichtspunkten, von denen aus immer wieder der scheinbar schneebedeckte Lassen Peak zu sehen
ist. Im Nordwesten beginnend, stößt man zunächst auf zwei sehenswerte kleinere Seen, den Manzanita
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Auf dem lohnenden, 4 km langen Lassen Peak Trail ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
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Tierbeobachtung |
Auf vielen Parkwiesen, so z.B. an den nordöstlichen Abhängen ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
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Camping |
Der größte Campingplatz des Parkes, mit 1183 Einheiten, befindet sich am Manzanita Lake beim Nordwesteingang. Ein Teil dieses Platzes wird wegen Erdrutschgefahr geschlossen gehalten. Der Butte Lake-Campingplatz im Nordosten verfügt über 98, der zweiteilige Summit Lake-Campingplatz über insgesamt 94 Einheiten. Beim Südwesteingang befindet sich ein sogenannter 'walk-in'-Zeltplatz, auf dem nur Zelte zugelassen sind; er umfaßt 21 Einheiten. Weitere komfortlose Campingplätze sind am Juniper Lake, im Warner Valley und in Crags angelegt worden. Alle Plätze sind von Anfang Juni bis Anfang Oktober offen. | ||||||
Hotels / Essen |
Innerhalb der Parkgrenzen befindet sich lediglich die Drakesbad Guest Ranch, mit einigen Betten und Verpflegungsmöglichkeit. Die Ranch liegt im südlichen Parkteil am Ende der von Südosten her in den Park führenden Straße. Kleine Imbisse sind im Lassen Chalet beim südwestlichen Parkeingang erhältlich. Beim Manzanita-Campingplatz befindet sich ein Lebensmittelgeschäft; dessen Öffnungszeiten richten sich nach dem Grad der jeweiligen Erdrutschgefahr. Weitere Hotels, Restaurants und Lebensmittelgeschäfte befinden sich in den umliegenden Ortschaften außerhalb des Parks. | ||||||
Anreise |
Die Großstädte San Francisco und Sacramento (beide Kalifornien) liegen 415 bzw. 280nkm südlich des Parkes. Die nächstgelegenen Flughäfen, mit planmäßigen Flugverbindungen und Autovermietungen, befinden sich in Redding, 80 km westlich und in Chico (beide Kalifornien), 124 km südlich des Parkes. Diese beiden Städte können auch per Eisenbahn erreicht werden. Öffentliche Busse verkehren ganzjährig an Werktagen zwischen Red Bluff bzw. Susanville und Mineral. Letztere Ortschaft liegt 20 km südwestlich des Parkes. Es fahren keine Busse durch den Park. | ||||||
Klima / Reisezeit |
Die Sommer sind warm, die Winter kalt und schneereich. Von Ende Oktober bis Ende Mai, oft bis Anfang Juni, ist die 50 km lange Aussichtsstraße 'Lassen Peak Road' wegen des Schnees geschlossen. Die Zufahrten zum südwestlichen Skigebiet und zum Manzanita Lake werden im Winter offen gehalten. Hauptbesucherzeit ist Juni bis September. Wintersport kann oft schon ab Ende Oktober bis Mitte Mai betrieben werden. Der Park ist ganzjährig zugänglich, mit den oben erwähnten Wintersperren. | ||||||
Anschrift / Info |
Das Besucherzentrum befindet sich beim nordwestlichen Parkeingang. Die Ranger der
Rangerstationen beim Südwesteingang, am Summit, am Butte und am Juniper Lake sowie im Warner Valley erteilen
ebenfalls Auskünfte. Die Rangerstationen sind nur zeitweise besetzt Lassen Volcanic National Park P.O. Box 100 Mineral, California 96063-0100 USA |
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Links |
Lassen Volcanic-NP | Offizielle Home Page des Nationalparks | |||||
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