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![]() Isle Royale-Nationalpark, Michigan |
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Geschichte |
Die prähistorischen Bewohner der Gegend um die Großen Seen kamen vermutlich
schon vor Jahrtausenden auf die Insel, um im Tagbau gediegenes Kupfer aus dem Stein zu schlagen. Radiokarbonmessungen
an Holz aus einem Kupferminenloch ergaben ein Alter von 4000 Jahren. Das Kupfer wurde wahrscheinlich vorwiegend
zu eigenen Zwecken verwendet, es wurde aber auch gehandelt, denn man fand in Süd-Manitoba, Illinois, Indiana
und New York zu Schmuck und anderen Gegenständen verarbeitetes Isle Royale-Kupfer. Vor etwa 3000 Jahren wurde
der Kupferabbau eingestellt. Um 300 v.Chr. tauchten wieder Menschen auf der Insel auf, wie archäologische
Funde zeigen. Am intensivsten genutzt wurde sie nachweislich zwischen 800 und 1600 n.Chr. Mit dem Vordringen der Weißen im 19. Jahrhundert verschwanden die indigenen Inselbewohner für immer. Berufsfischer, Holzfäller, Fallensteller und für kurze Zeit Kupfersucher traten an ihre Stelle. Diese Leute Menschen hielten sich nur in den Sommermonaten auf der Insel auf. Um die Jahrhundertwende begann die touristische Erschließung. 1936 setzte ein Feuer, dem fast ein Viertel des ohnehin stark gelichteten Inselwaldes zum Opfer fiel, dem Treiben der Holzfäller und Fischer ein Ende. Zurück blieben Sägewerke und Fischerhütten. 1940 wurde der Nationalpark geschaffen. |
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Geologie |
Die Entstehung der Isle Royale begann vor 1,2 Mia Jahren. Aus einer sich wahrscheinlich
über 1600 km erstreckenden Spalte in der Erdkruste, die sich in der Achse der Mulde des späteren Lake
Superior gebildet hatte, strömten während Jahrmillionen riesige Mengen vulkanischen Materials an die
Erdoberfläche und erstarrten zu Basalt. Unter dem Eigengewicht sank die Basaltdecke in der Mitte ein und wurde
von Verwitterungsmaterial, das sich von Rändern des entstehenden Beckens gelöst hatte, überdeckt.
Weitere Lavaflüsse folgten und der Beckenboden senkte sich weiter. Die Muldenform wurde durch die Verwerfungshebungen
der Beckenränder als Folge der Senkung noch verstärkt. Der nordwestliche Rand des Beckens bildet heute
die Isle Royale, der südöstliche Rand die 100 km weit entfernte Halbinsel Keweenaw. Dazwischen liegt
das vom Lake Superior eingenommene Becken. In den rund 1 Mia Jahren, die seit dem letzten Basaltausfluß verstrichen
sind, erfuhr das harte Eruptivgestein nur geringe Veränderungen in Form leichter Verwitterung. Die Vergletscherung in jüngster erdgeschichtlicher Zeit schliff und rundete das Gestein je nach Härte unterschiedlich ab, wodurch die Berg- und Tallandschaft sich verdeutlichte. Mit dem Rückgang der über 1000 m dicken Eisschicht vor etwa 9000 Jahren begann sich durch die Entlastung das Gelände langsam zu heben, ein Vorgang, der noch immer andauert. |
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Tierwelt |
Die Tier- und Pflanzenwelt auf Isle Royal hat sich seit der Jahrhundertwende stark
gewandelt. Zu Beginn unseres Jahrhunderts lebten hier statt der Wölfe und Elche Karibus, Luchse, eingeführte
Hirsche und Kojoten. Das Unterholz bestand hauptsächlich aus Eiben.
Die Rotfüchse, weitere, im Sommer oft gesehene Inselbewohner, kämpfen jeden Winter wie kaum eine andere Tierart auf Isle Royale ums Überleben, da in dieser Jahreszeit die Abfälle der Menschen, ein leider wichtiger Bestandteil ihrer Nahrung, ausbleiben; die Insel ist im Winter menschenleer. Problemloser scheinen die vielen Biber, Schneehasen, Erdhörnchen, Mäuse, Frösche, ferner die paar Schildkröten- und Schlangenarten, letztere ausnahmslos harmloser Natur, durch die harten Winter zu kommen. Die Vogelwelt wird von den in großer Zahl die Laubwälder bevölkernden kleinen, für diese Breitengrade typischen Waldsängern (wood warbler) dominiert. Weißkopfseeadler und Fischadler sind als Folge der Fischvergiftungen durch Pestizide in der Gegend des Lake Superior sehr selten geworden. Stark verbreitet sind Möwen, insbesondere Silbermöwen, und viele weitere Wasservögel. So etwa der Eistaucher (common loon), ein ausgezeichneter Taucher, der sich lediglich zur Eiablage und der kurzen Brutzeit im Frühsommer an Land begibt. Sein hoher, jodelartiger Ruf ist besonders nachts weithin vernehmbar. |
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Pflanzenwelt |
Die Insel ist größtenteils bewaldet. An den kühlen, feuchten Ufern wachsen Schimmelfichten, Bankskiefern, Balsamföhren, Papierbirken und Nordamerikanische Zitterpappeln. Im Inselinnern und in höheren Lagen sowie im Nordosten der Insel, wo 1936 das Feuer wütete, stößt man auf Weymouthskiefern, Zucker- und Roten Ahorn, Gelbbirken, Großzähnige Pappeln und Nordische Roteichen. In den sumpfigen Teilen des Parkes gedeihen vorwiegend Abendländische Lebensbäume (Thuja), Schwarztannen und Föhren. Der Boden ist hier mit Sumpfgras, Moosen, Farnen, fleischfressenden Pflanzen wie Fliegenfallen und anderen Sumpfpflanzen überwachsen. In den trockeneren Gegenden ist der Waldboden mit Gras, Jungbäumen und verschiedenen Beerensträuchern, Wildblumen und Pilzen überdeckt. Auf exponierten Basaltfelsen gedeihen Flechten, die dem dunklen Gestein eine weithin sichtbare, leuchtend orange und gelbe Färbung verleihen. | ||||||
Aktivitäten |
WANDERN Wandern ist die beste und neben
Bootfahren die einzige Art, den Park kennenzulernen. Das gut ausgebaute, über 260 km lange Wanderwegnetz führt
in alle Gebiete des Parkes. Da Personenschiffe in allen sechs kleine Häfen der Insel anlegen, können
Wanderer im einen Hafen an Land und nach einer mehrtägigen Tour im anderen wieder an Bord gehen. Unterwegs
wird in kleinen, primitiven Zeltplätzen übernachtet, die in regelmäßigen Abständen angelegt
sind. Von allen Häfen aus können auch kurze Wanderungen zu Aussichtspunkten, Buchten oder kleinen Seen
gemacht werden. Im kleinen Büchlein 'Wilderness Trails, A Guide to the Trails in Isle Royale National Park'
werden alle Routen beschrieben. BOOTFAHREN Die Überfahrt vom Festland zum Park sollte zur eigenen Sicherheit nicht mit einem Boot von weniger als 6 m Länge unternommen werden. Die regulären Personenschiffe nehmen kleinere Boote wie Kanus und Ruderboote auf ihrem Deck mit. Das große Personenschiff 'Ranger III', das zwischen Houghton (Michigan) und Rock Harbor auf Isle Royale verkehrt, nimmt Boote bis 6 m Länge mit. In Windigo und Rock Harbor können Boote mit oder ohne Außenbordmotor gemietet werden. Eigene, mitgebrachte Außenbordmotore bis 15 PS können zum Betrieb gemieteter Boote verwendet werden. Treibstoff ist in beiden Häfen v erfügbar. Für Rundfahrten und Transporte stehen Wassertaxis zur Verfügung. Der Nordwestteil der Insel ist ideal zum Kanufahren. Viele der kleinen Zeltplätze und der Unterstände liegen direkt am Wasser. Diese verfügen über Bootlandemöglichkeiten. ANGELN Die Gewässer um die Insel sind fischreich. Für das Angeln im Lake Superior ist eine Lizenz des Staates Michigan erforderlich; sie ist bei jedem Parkranger erhältlich. Ständig sind Ranger mit Booten unterwegs. In den Seen und Flüssen der Insel darf ohne Lizenz geangelt werden. Angelausrüstungen können in Rock Harbor gemietet werden. VERANSTALTUNGEN Von Rangern begleitete naturkundliche Wanderungen werden regelmäßig von Rock Harbor und Windigo aus durchgeführt. Abendveranstaltungen finden in den beiden erwähnten Orten sowie im Daisy Farm-Campingplatz statt. |
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Sehenswertes |
Die Sehenswürdigkeiten dieses Parkes sind so zahlreich und ähneln sich gleichzeitig
so stark, daß eine detaillierte Aufzählung eher verwirrend wäre. Grob unterteilt gliedert sich
die Insel in den weniger zerklüfteten, von größeren Seen durchsetzten mittleren und südwestlichen
Teil, mit Windigo als Ausgangsort, und den stark zerklüfteten nördlichen Teil, der reich ist an kleinen
Inseln, Buchten, Seen, Teichen und Sümpfen und insbesondere von Kanufahrern bevorzugt wird. Ausgangsort für
diesen Teil ist Rock Harbor. Wer ausgedehnte Wanderungen unternehmen möchte, kann am einen Ende der Insel, etwa bei Windigo, an Land gehen und wandert über sanfte Gebirgsrücken, entlang von Bächen, Buchten, Seen und durch Sümpfe zum Hafen auf der anderen Seite und /oder am Ende der Insel, etwa in Amygdaloid oder Rock Harbor, wo er/sie wieder an Bord geht. Welche Variante gewählt wird, sollte, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden, spätestens beim Kauf der Fahrkarte für die Überfahrt zum Park feststehen. |
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Tierbeobachtung |
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Camping |
Von den 36 Zeltplätzen des Parkes verfügen 8 über 10 bis 26, die restlichen 28 Plätze über durchschnittlich 4 (1 bis 9) Einheiten. Außer Trockentoiletten weisen die Plätze keinerlei Komfort auf und liegen über die ganze Insel verstreut. Sie sind per Boot und/oder zu Fuß erreichbar. Einige Plätze sind mit großzügigen, geschlossenen Unterständen (shelter) ausgerüstet, die sehr begehrt sind, zumal sie einem das Zeltaufschlagen ersparen und vor Wind und Wetter schützen. Zugänglich sind die Plätze von Mai bis Oktober. Reservation kann nicht vorgenommen werden. | ||||||
Hotels / Essen |
In Rock Harbor und Windigo (Washington Harbor) befinden sich Hotels, Restaurants und kleine Lebensmittelgeschäfte, die von Ende Juni bis Anfang September offen sind. Hotelzimmer-Reservation wird für die ganze Zeit empfohlen. | ||||||
Anreise |
Der Park liegt auf einem fahrzeugfreien Archipel, das nur per Schiff oder Wasserflugzeug erreicht werden kann. Von Grand Portage (Minnesota) aus verkehren zwischen Mai und Oktober, von Copper Harbor und Houghton (beide Michigan) aus von Ende Juni bis nach dem Labor Day Weekend Anfang September jeweils mehrmals wöchentlich Personenschiffe zum Park. Die Überfahrt dauert je nach Schiff zwischen 3 und 6 Stunden. Wasserflugzeuge verkehren planmäßig zwischen Houghton (Michigan) und dem Park sowie chartermäßig von anderen Häfen aus zwischen Ende Juni und Anfang September. Reservation wird für beide Verkehrsmittel empfohlen. Die Ausgangshäfen sind durch reguläre Buslinien mit Großstädten verbunden. Duluth (Minnesota), mit Flug- und Autoverleihservice, liegt 250 km südwestlich von Grand Portage, 350 km westlich von Houghton (Michigan) und 430 km westlich von Copper Harbor (Michigan). Chicago (Illinois) liegt 730 km südlich von Houghton. | ||||||
Klima / Reisezeit |
Die Sommer sind kühl und feucht, mit teils kalten Nächten. Die Temperatur steigt im Sommer selten über 25°C. Mit plötzlichen Wetterveränderungen ist stets zu rechnen; Regenschutz und wärmende Kleidung sind unerläßlich. Die Winter sind im allgemeinen sehr kalt und schneereich. Die Gewässer der Insel sind in dieser Zeit regelmäßig zugefroren. Der Park ist vom 21. Oktober bis zum 14. Mai geschlossen. Hauptbesucherzeit sind die Monate Juli und August. | ||||||
Anschrift / Info |
In Rock Harbor und Windigo befinden sich kleine Informationszentren, die täglich
offen sind. Informationen erteilen auch Ranger der Rangerstationen Malone Bay und Amygdaloid. Diese Stationen sind
nicht ständig besetzt. Isle Royale National Park 800 East Lakeshore Drive Houghton, Michigan 49931 USA |
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Links |
Isle Royale-Nat.Park | Offizielle Home Page des Nationalparks | |||||
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